Digital Research Manual for the Humanities


Was zeichnet das Lehrmuster aus?

Das Projekt zeichnete sich durch einen doppelten Fokus auf Kompetenzentwicklung und Nachhaltigkeit aus. Die Studierenden erwarben nicht nur Kenntnisse in der Nutzung einzelner Rechercheangebote, sondern lernten, wissenschaftliche Literaturrecherche als eigenständigen Arbeits- und Reflexionsprozess zu begreifen. Dazu gehörte die Fähigkeit, ausgehend von einer wissenschaftlichen Fragestellung geeignete Suchstrategien zu entwickeln, unterschiedliche Recherchequellen (Fachdatenbanken, Suchmaschinen, Bibliothekskataloge) zu nutzen und Suchergebnisse kritisch hinsichtlich Relevanz und wissenschaftlicher Qualität zu bewerten. Zudem wurden digitale Hilfsmittel und KI-gestützte Werkzeuge in die Recherche einbezogen, deren Möglichkeiten und Grenzen die Studierenden reflektierten. Zum anderen entstand durch die produktorientierte Arbeitsweise ein dauerhaft nutzbares Lehr-/Lernangebot: Die im Projekt erarbeiteten Inhalte und Materialien wurden in einem Moodle-Kurs zusammengeführt, der anderen Studierenden als nachhaltige Ressource zur Verfügung steht. Dieser Kurs macht die erworbenen Kompetenzen für weitere Studierende nutzbar und trägt damit zur nachhaltigen Verankerung der Inhalte in der Lehre bei.



Fakten im Überblick:

In welcher Form existiert eine Präsenzphase?
Blockveranstaltung, Einzeltermine

In welchen Zeitraum wird das Lehrmuster durchgeführt?
Während vorlesungsfreier Zeit

Wird das Lehrmuster über einen Zeitraum von mehreren Semester durchgeführt?
Ja

Welchen Umfang hat das Lehrmuster?
Creditpoints: 5
Teilnehmerzahl: 8

In welcher Art ist das Lehrmuster curricular verankert?
Wahlmodul

Worum geht es in dem Lehrmuster insbesondere?
Eine Verbesserung der Studieneingangsphase, Selbstständiges Arbeiten am Text / an Quellen / an Fällen / an Daten


Welche Zielsetzung hat das Lehrmuster?

Ziel des Projektes war es, Studierende zu einer selbstständigen, systematischen und reflektierten Literaturrecherche zu befähigen und ihnen einen sicheren Umgang mit der Vielfalt digitaler Rechercheangebote zu ermöglichen. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass Studierende bei wissenschaftlichen Arbeiten häufig über keine systematische Recherchestrategie verfügen und sich angesichts der Vielzahl von Datenbanken, Suchmaschinen, Katalogen und digitalen Tools auf unsystematische Suchverfahren verlassen. Das Projekt sollte daher nicht nur einzelne Rechercheangebote vermitteln, sondern ein Verständnis dafür schaffen, wie eine wissenschaftliche Recherche geplant, durchgeführt, bewertet und bei Bedarf angepasst werden kann.

Die Studierenden sollten insbesondere lernen, ausgehend von einer wissenschaftlichen Fragestellung geeignete Suchbegriffe und Suchstrategien zu entwickeln, unterschiedliche Recherchequellen zu nutzen sowie Suchergebnisse hinsichtlich ihrer Relevanz und wissenschaftlichen Qualität kritisch zu beurteilen. Dazu gehörte die Auseinandersetzung mit Bibliothekskatalogen, Fachdatenbanken und wissenschaftlichen Suchmaschinen ebenso wie mit digitalen Hilfsmitteln und KI-gestützten Werkzeugen. Die Studierenden sollten dabei auch deren jeweilige Möglichkeiten und Grenzen erkennen und einen reflektierten Umgang mit diesen Werkzeugen entwickeln.

Gefördert wurden insbesondere Recherche- und Informationskompetenz, digitale und methodische Kompetenz sowie wissenschaftliche Urteilskompetenz. Darüber hinaus erwarben die Studierenden Kompetenzen in der selbstständigen Arbeitsorganisation sowie der kooperativen Bearbeitung komplexer Aufgabenstellungen. Zugleich konnten sie Anwendungskompetenzen erwerben, indem sie die erarbeiteten Inhalte und Methoden zielgruppenspezifisch und attraktiv für ihre Kommiliton*innen im Moodle-Kurs aufbereiteten.

Der Kompetenzzuwachs geht damit über das Erlernen einzelner Recherchetechniken hinaus: Die Studierenden entwickelten ein Verständnis von Literaturrecherche als eigenständigem wissenschaftlichem Arbeits- und Reflexionsprozess und konnten ihre Erkenntnisse unmittelbar in einem konkreten Produkt anwenden. Der entstandene Moodle-Kurs macht diese Kompetenzen zugleich für weitere Studierende nutzbar und trägt damit zur nachhaltigen Verankerung der im Projekt erarbeiteten Inhalte in der Lehre bei.



Was sind wesentliche Inhalte des Lehrmusters?

Im Projekt erarbeiteten die Studierenden zentrale Grundlagen und Strategien der wissenschaftlichen Literaturrecherche. Dazu gehörten Themenfindung, die Unterscheidung von Primär- und Sekundärliteratur, der Einsatz von Schlüsselwörtern und Schlagworten sowie Suchtechniken wie Boolesche Operatoren und Filter. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Recherchequellen, darunter Fachdatenbanken (BDSL, MLA, JSTOR), wissenschaftliche Suchmaschinen (Google Scholar, KVK) und Bibliothekskataloge (RUB Primo, DigiBib). Ergänzend wurden KI-gestützte Recherchetools, Literaturverwaltungsprogramme, hilfreiche Links sowie weiterführende Literatur und Videos recherchiert und bewertet. Die Ergebnisse wurden von den Studierenden selbstständig aufbereitet und in einem Moodle-Kurs zur Literaturrecherche zusammengeführt.





Weitere Lehrmuster:

Von der Theorie zur Praxis sozialwissenschaftlicher Organisationsforschung – Kompetent von Anfang an
Forschendes Lernen in der Sportlehrerausbildung für außerschulische Tätigkeitfelder
Religion, Church and Theology in Times of Crisis – a Theological and Religious Pedagogical Research
Sprache 4.0 — Digitale Kompetenzen für China





Wie ist das Lehrmuster strukturiert?

Nach einer gemeinsamen Einführung in die Grundlagen der Literaturrecherche wurden die Studierenden mit unterschiedlichen Recherchebereichen und -werkzeugen betraut. Vertreterinnen der Bibliothek gaben zusätzlichen Input. Die anschließende inhaltliche Arbeit erfolgte überwiegend selbstständig: Die Studierenden recherchierten geeignete Angebote, erprobten diese, bewerteten ihre Einsatzmöglichkeiten und dokumentierten ihre Ergebnisse. Die Zwischenergebnisse wurden gemeinsam diskutiert, abgeglichen und weiterentwickelt. Anschließend wurden die einzelnen Ergebnisse zu einem gemeinsamen Konzept zusammengeführt und für die Nutzung durch andere Studierende aufbereitet. Als Ergebnis entstand ein Moodle-Kurs, sodass aus der studentischen Recherchearbeit ein nachhaltiges digitales Lehrangebot entstanden ist.

Das Projekt war durch einen hohen Anteil selbstständiger studentischer Arbeit geprägt. Zum Einsatz kamen insbesondere Einzel- und Gruppenarbeit, eigenständige Recherche, praktische Erprobung digitaler Rechercheangebote, gemeinsame Diskussion und gegenseitiges Feedback. Die Studierenden übernahmen unterschiedliche Teilbereiche, recherchierten selbstständig geeignete Inhalte und Werkzeuge und bewerteten deren Nutzen für wissenschaftliche Recherchen. Die Ergebnisse wurden anschließend gemeinsam reflektiert, aufeinander abgestimmt und für den Moodle-Kurs aufbereitet. Die Lehrenden begleiteten und koordinierten den Prozess, gaben Impulse und unterstützten bei der Zusammenführung der Ergebnisse. Eine Besonderheit war die Produktorientierung: Die Studierenden arbeiteten nicht nur zum Erwerb eigener Recherchekompetenz, sondern entwickelten auf Grundlage ihrer Arbeit ein dauerhaft nutzbares Lehr-/Lernangebot für andere Studierende.



Welches Prüfungsform ist in dem Lehrmuster vorgesehen?

Präsentationen der Arbeitsergebnisse, Portfolios



Welche E-Learning-Elemente werden eingesetzt?

diverse Tool zur Literaturrecherche, Moodle, H5P, Canva, diverse LLMs



Tipps für die Umsetzung:

"Kern-Erkenntnisse des Projekts: Das Projekt zeigte, dass produktorientiertes forschendes Lernen besonders nachhaltig wirkt: Die Studierenden waren besonders motiviert, weil sie in dem Bewusstsein arbeiteten, Kommiliton*innen einen echten Mehrwert zur Verfügung stellen zu können. Die Kombination aus theoretischer Vermittlung (z. B. Suchstrategien, Quellenbewertung) und praktischer Erprobung (z. B. Nutzung von Fachdatenbanken, KI-Tools) förderte dabei selbstständiges Lernen und digitale Kompetenzen. Besonders wertvoll war die Einbindung externer Expertise (z. B. Bibliothek), die den Praxisbezug stärkte, sowie die Reflexionsphasen, die eine kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen ermöglichten.
Transferfähige Grundelemente sind die Entwicklung eines digitalen Lehrangebots zur Einführung in die fachspezifische Recherche (z. B. Moodle-Kurs), die selbstständige Tool-Erprobung mit Reflexion, Einbindung von praxisorientierten Einrichtungen (z. B. Bibliotheken).
Wir können uns gut vorstellen, dass der Kursrahmen auf andere disziplinäre Settings übertrag bar ist. Wichtig ist es dabei, Bedarfe und Fragen der Studierenden zu Beginn und regelmäßig während der Umsetzung abzufragen und den Studierenden weitgehend die Entscheidung darüber zu überlassen, welche Art von Unterstützungsangebot sie für notwendig halten. Regelmäßige Feedbackrunden helfen, die Qualität der Ergebnisse zu sichern und Studierende bei der Umsetzung zu begleiten. Schließlich sollte der Entwicklungsprozess dokumentiert werden, um Erfahrungen weiterzugeben und das Projekt langfristig in Lehrveranstaltungen zu verankern. Die heterogenen Vorkenntnisse der Teilnehmenden müssen durch die Lehrenden z.B. durch entsprechende Aufgabenverteilung moderiert werden."

Dr.in Stephanie Heimgartner



Veröffentlichungen zum Lehrmuster:

Moodlekurs: https://moodle.ruhr-uni-bochum.de/course/view.php?id=68945#module-3582073

auch verlinkt auf der Website des Prüfungsamts der Fakultät: https://www.dekphil.ruhr-uni-bochum.de/dekphil/studium/pruefungsamt/index.html.de



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Konzipierung

Kontaktperson:
Dr.in Stephanie Heimgartner
(Stephanie.Heimgartner@ruhr-uni-bochum.de), Fakultät für Philologie

Weitere Beteiligte:
Prof.in Dr.in Katharina Turgay: katharina.turgay@ruhr-uni-bochum.de

Internetseite zum Lehrmuster


Weitere Informationen

Veröffentlichungsdatum:
17. August 2026, 09:26 Uhr

Schlagwörter:
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Fächergruppen:
Geisteswissenschaften


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