Digitales Tutorium zur Einführung in ostasienwissenschaftliches Arbeiten


Was zeichnet das Lehrmuster aus?

Das Projekt zeichnet sich durch seinen digitalen, nachhaltigen und fachübergreifenden Ansatz aus. Für Studienanfänger:innen der Ostasienwissenschaften wurde ein Moodle-Kurs als digitales Tutorium entwickelt, der fehlende Tutoriumsangebote aufgrund begrenzter Fakultätsressourcen kompensiert. Die digitalen Übungseinheiten ermöglichen selbstständiges Lernen und die Bearbeitung erster fachlicher Fragestellungen. Der Kurs verbindet gemeinsame Grundlagen für alle Bachelorprogramme mit sprachspezifischen Elementen für Japanologie, Koreanistik und Sinologie. Die Materialien wurden im Wintersemester 2025/26 praktisch erprobt und auf Grundlage von Fokusgruppengesprächen weiterentwickelt, sodass der Kurs langfristig mit nur geringem Überarbeitungsaufwand eingesetzt werden kann.



Fakten im Überblick:

In welcher Form existiert eine Präsenzphase?
Keine Präsenzphase, Sonstiges (Moderierter Selbstlernkurs in Moodle)

In welchen Zeitraum wird das Lehrmuster durchgeführt?
Während Vorlesungszeit, Während vorlesungsfreier Zeit

Wird das Lehrmuster über einen Zeitraum von mehreren Semester durchgeführt?
Ja

In welchem Studienabschnitt ist das Lehrmuster angesiedelt?
Bachelor (Grundlagenphase)

In welcher Art ist das Lehrmuster curricular verankert?
Keine Verankerung, Sonstiges (Die Inhalte des digitalen Tutoriums werden an passenden Stellen in allen Einführungs-vorlesungen der Japanologie, Koreanistik und Sinologie genutzt.)

Worum geht es in dem Lehrmuster insbesondere?
Selbstständiges Arbeiten am Text / an Quellen / an Fällen / an Daten, Wissenschaftliches Schreiben und / oder Diskutieren


Welche Zielsetzung hat das Lehrmuster?

Ziel war die Entwicklung eines digitalisierten Lehrangebots, das Studienanfänger:innen dabei unterstützt, selbstständig ersten Fragestellungen aus den Einführungsveranstaltungen nachzugehen und grundlegende Kompetenzen des ostasienwissenschaftlichen Arbeitens zu erwerben. Die Studierenden sollen insbesondere lernen, geeignete Recherchequellen und Datenbanken für Ostasien zu nutzen, beispielsweise CrossAsia, und Rechercheergebnisse formal korrekt aufzubereiten und zu präsentieren. Darüber hinaus werden Kompetenzen im selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten, bei der Recherche und bei der Darstellung eigener Ergebnisse gefördert.

Das Projekt sollte zugleich die Eigenständigkeit und Eigeninitiative der Studierenden stärken: Sie werden ermutigt, eigenen Interessen nachzugehen und ihre Rechercheergebnisse in Form von Videos, Postern oder kurzen Essays aufzubereiten. Durch die Möglichkeit, Ergebnisse freiwillig mit anderen Studienanfänger zu teilen und vorzustellen, werden außerdem Austausch, Interaktion und Wertschätzung innerhalb der Lerngruppe unterstützt. Die Nutzung erfolgt ausdrücklich ohne Leistungsdruck; Beiträge sind weder verpflichtend noch notenrelevant.



Was sind wesentliche Inhalte des Lehrmusters?

Zentrale Inhalte sind Materialien und Übungen zum ostasienwissenschaftlichen Arbeiten. Dazu gehören Erklär- und Anleitungsvideos, Linksammlungen, spezifische Recherchequellen und Datenbanken, insbesondere CrossAsia, sowie digitale Selbstlern- und Übungseinheiten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den formalen Regeln für die Präsentation von Rechercheergebnissen. Der Moodle-Kurs enthält sowohl fachübergreifend nutzbare Elemente als auch spezifische Bestandteile für die Studienrichtungen Japanologie, Koreanistik und Sinologie.





Weitere Lehrmuster:

Intensive Track – Forschen studieren in der Sportwissenschaft
König David – Fact or Fiction?
Workshop „John Rawls‘ Politischer Liberalismus“
Gründungsbausteine – Micro Credentials für Entrepreneure





Wie ist das Lehrmuster strukturiert?

Das Projekt war in mehrere Phasen gegliedert. Zunächst werden vorhandene Materialien gesichtet, darunter Online-Materialien aus der Corona-Pandemie und Digitalisate aus Lehrveranstaltungen. Anschließend entwickeln drei qualifizierte WHK ein Gesamtkonzept für einen nachhaltigen Moodle-Kurs und erstellen die Erklärvideos, Linksammlungen und Selbstlernübungen.

In der anschließenden Erprobungsphase wurde die Studieneinstiegsphase der Studienanfänger im Wintersemester 2025/26 begleitet. Der Moodle-Selbstlernkurs wurde als „Toolbox“ in den Einführungsveranstaltungen vorgestellt; im weiteren Verlauf wurde auf passende Übungselemente verwiesen und deren Nutzung durch Beispiele und Hilfestellungen unterstützt. Die Lehrenden wurden eng in die Entwicklung einbezogen. Als Arbeitsformen kamen selbstständige Recherche, digitale Selbstlernübungen, interaktive Übungen sowie die Erstellung eigener Präsentationen zum Einsatz. Zur Weiterentwicklung des Kurses wurden außerdem Fokusgruppengespräche mit Studierenden durchgeführt.



Welches Prüfungsform ist in dem Lehrmuster vorgesehen?

Eine verpflichtende oder benotete Leistungskontrolle war nicht vorgesehen. Die Studierenden bearbeiteten die Übungen im Kurs selbstständig. Dadurch sollten intrinsisch motiviert die Lerninhalte vertieft werden, die in Einführungsveranstaltungen nur kurz angerissen werden können. Auch die Fokusgruppengespräche mit Studierenden waren freiwillig und wurden zur Evaluation regelmäßig durchgeführt.



Welche E-Learning-Elemente werden eingesetzt?

Das zentrale E-Learning-Element ist ein Moodle-Kurs, der als digitales Tutorium für die Einführungsveranstaltungen dient. Dieser Kurs wurde im Verlauf des Projekts entwickelt, an einer Kohorte von Studienanfängerinnen und -anfängern getestet und entsprechend des Feedbacks dieser Erstnutzer:innen gestaltet. Der Moodle-Kurs wird weiterhin zur Verfügung stehen und mit geringem Aufwand durch das Feedback weiterer Studierendengenerationen beständig auf dem neuesten Stand gehalten und verbessert werden. Die Materialien des Kurses werden in die Präsenzlehre eingebunden und können von den Studierenden selbstständig weiterhin genutzt werden.



Tipps für die Umsetzung:

"Eine zentrale Erkenntnis des Projekts bestätigt die Beobachtung vieler Lehrender an unserer Fakultät: Ein großer Teil der Studierenden nutzt freiwillige Angebote nur begrenzt und bevorzugt eher nied-rigschwellige bzw. passiv-rezeptive Lernformate, während die Bereitschaft zur eigenständigen Arbeit geringer ist. Gleichzeitig zeigt sich, dass es sich lohnt, auch für die kleinere Gruppe besonders moti-vierter Studierender hochwertige Unterstützungsangebote bereitzustellen. Gerade diese Studieren-den nutzen die Möglichkeiten aktiv und profitieren davon bei der Entwicklung ihrer fachlichen und wissenschaftlichen Kompetenzen. Sie sind zugleich häufig diejenigen, die ihr Studium erfolgreich ab-schließen."

Dr.in Anke Scherer



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Konzipierung

Kontaktperson:
Dr.in Anke Scherer
(anke.scherer@rub.de), Fakultät für Ostasienwissenschaften (Japanologie, Koreanistik, Sinologie)


Weitere Informationen

Veröffentlichungsdatum:
18. August 2026, 14:56 Uhr

Schlagwörter:
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Fächergruppen:
Geisteswissenschaften


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